Ein Ausschnitt aus dem Vorspann von Kohlrabenschwarz. Die Steinskulptur des "Hans" mit geschultertem Bündel steht auf der überdimensionalen Hand der Prinzessin, die ihn aus dem Hintergrund beobachtet.

Das Serien-Intro

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Die Entstehung des Vorspanns

Tommy Krappweis und Paramount+ Producer Marko Massinger hatten vorab unterschiedlichste Vorspänne diverser Serien und Filme ausgetauscht. Nach einem eher klassischen Ansatz mit Bildern aus der Serie und extra gedrehten Details des Minigolfplatzes entschieden sie sich für einen anderen Ansatz:

Die Märchenarchetypen aus Stein und eine durchgehende Kamerafahrt. Tommy schrieb ein Script für die Produktions/VFX Firma Dyrdee, das Ihr im folgenden lesen könnt.

KOHLRABENSCHWARZ VORSPANN
Originelle Kombis für die Vorspann-Archetypen

Hiermit liefere ich Euch, wie anmoderiert, eine unterhaltsam-überraschende Inszenierung der Archetypen, die Susannes Wunsch nach weniger Düsternis und mehr Leichtigkeit entsprechen. Dabei habe ich auch die Ideen aufgenommen, die wir bereits besprochen hatten.

Wir sehen eine Felsenformation und entdecken durch Kamerabewegung den HANS, der mit fröhlich-naivem Grinsen unter einer Art Tor aus Naturfelsen hindurch spaziert.

Ein überraschender Perspektivwechsel eröffnet uns, dass der HANS winzig klein ist und auf der entsprechend riesigen Handfläche der PRINZESSIN spaziert. Der „Torbogen“ war ihr Daumen. Die Prinzessin blickt verschmitzt mit einem fokussierten Auge auf den winzigen, nichtsahnenden Hans auf ihrer Hand.

Durch eine Seit- und Rückfahrt wird die HEXE DER DUNKELHEIT sichtbar, die im toten Winkel der Prinzessin steht und von ihr scheinbar nicht wahrgenommen wird. Sie hat ihren langen Stab mit dem Totenkopf wie zur Attacke erhoben … Doch die Kamera fährt zwischen den beiden hindurch und dreht sich dabei um die Prinzessin: So erkennen wir, dass selbige sehr wohl vorbereitet ist auf den Angriff: Sie hat mit der anderen Hand einen Dolch hinter ihrem Rücken versteckt.

Wir erkennen den MAGIER DES LICHTS, der (nur axial) in Richtung der HEXE deutet und jemanden offenbar dazu aufruft, sich in den Kampf zu stürzen!
Eine Kamerafahrt eröffnet uns, dass er offenbar den RITTER meint, der auch schon sein Schwert gezogen hat und losstürmt – allerdings nicht gegen die Hexe! Denn ein weiterer Perspektivwechsel zeigt, dass der arme Kerl gerade gegen einen riesenhaften DRACHEN antreten muss, der ihm fauchend gegenübersteht.

Eine Rückfahrt über den gigantischen Körper des DRACHENS zeigt uns, dass dieser offenbar gar nicht so böse ist. Im Gegenteil: Er schützt mit seiner riesigen Krallenhand eine Gestalt, die aussieht wie ein JÜNGLING. Dieser hält in leicht verschämt-grinsender Pose seine Hand hinter den Kopf, wie Anime/Manga Figuren oft dargestellt werden. Die andere Hand ist hinter dem unteren Rücken verschwunden.

Als die Kamera sich um den Jungen dreht, sehen wir, dass es offenbar eine JUNGE FRAU ist, die mit der einen Hand ihre langen Haare unter der Mütze zusammenhält.

Wir sehen den TEUFEL/DÄMON, der sich offenbar königlich über etwas amüsiert. Wir schauen über seine Schulter und sehen, dass dort der JÄGER steht, der Pfeil und Bogen staunend sinken ließ und auf den Rücken des TEUFELS starrt.
Wir drehen uns um selbigen und sehen nun, dass die Rückseite des TEUFELS gleichzeitig eine Janus-artige „Vorderseite“ ist: Aus Perspektive des JÄGERS steht dort die HEXE DES LICHTS/GUTE FEE und lächelt ihn offenherzig an…

Eine Fahrt zur Seite zeigt uns den PRINZ, der das Spiel des TEUFELS aus seiner Perspektive durchschaut hat und gerade sein Schwert zieht, um einzuschreiten! Doch eine zweifache Rückfahrt zeigt uns, dass sich 1. der RITTER DER DUNKELHEIT mit erhobener Streitaxt auf ihn stürzt und 2. dass sowohl PRINZ als auch der RITTER DER DUNKELHEIT in den hohlen Augen eines Totenschädels befinden. Dieser wird wiederum vom lachenden MAGIER DER DUNKELHEIT in der Hand gehalten.

Danach fahren wir sehr weit zurück, an einem hohen felsigen Trichter hinauf und aus der Öffnung: Wir erkennen, dass sich all das, was wir gerade gesehen haben, im Beutel des HANS befand. Abermals sehen wir sein Gesicht – und jetzt erkennen wir in seinem Blick auch die wissende Verschmitztheit, die uns vorhin durch Halbschatten verborgen blieb. 😉

Nach diesem launigen MC Escher Mindbender könnte der Vorspann tatsächlich nahtlos abermals beginnen und eine endlose Schleife bilden, die zugleich eigentlich unmöglich ist, da sich der Hans nicht gleichzeitig in – und außerhalb seines Beutels befinden kann. Hihi!

Stattdessen fahren wir in eine Supertotale und sehen die Figuren nun in streng symmetrischer Anordnung unter uns auf den Kreuzpunkten eines Pentagramms angeordnet. Sie zerfallen zu Staub, der uns entgegenwirbelt. Daraus bildet sich der Schriftzug KOHLRABENSCHWARZ.

Das Konzept stimmt mit dem fertigen Intro größtenteils überein, auch wenn aus dem Drachen mittlerweile ein Wolf wurde. Aber überzeugt euch selber: