Johann Konrad Dippel wurde 10. August 1673 auf Burg Frankenstein in der Nähe von Darmstadt geboren. Er studierte ab 1689 zunächst Theologie in Gießen. Als er keine Stelle als Dozent bekam, gab er in Straßburg private Vorlesungen über Astrologie. Wegen Schulden und einem Duell kehrte er nach Darmstadt zurück. Da er von den Kollegen als Theologe untragbar angesehen wurde, widmete er sich der Alchemie in der Hoffnung, Gold herstellen zu könne. Graf August von Wittgenstein holte ihn in dieser Funktion 1705 nach Berlin, das er aber aufgrund einer Denunzierung wieder verlassen musste. Im Niederländischen Leiden machte er eine medizinische Ausbildung. 1714 ging er ins (damals dänische) Altona, wo er seinen Gönner Graf Reventlow denunzierte und darsufhin eingekerkert wurde. 1726 wurde er ent- und musste das Land verlassen. Er wendete sich zusehens gegen der Klerus und ließ sich politisch einige Zeit ausnutzen. 1729 zog er nach Berleburg, am 25. April 1734 starb er auf Schloss Wittgenstein in Bad Laasphe.
Im frühen 18. Jahrhundert war Dippel mit seinen radikalen, satirischen und bewusst herablassenden Schriften einer der meistgelesenen Autoren. Er leugnete, dass der Mensch einem freien Willen unterlag. Zudem lassen manche seiner naturwissenschaftlichen Schriften spätere Entdeckungen erahnen, etwa die der Photosynthese. Dippel gewann durch die Destillation von Tierabfällen ein angeblich medizinisch wirksames Öl, das später nach ihm benannte „Oleum animale Dippeli“. Außerdem gelangte er im Zuge seiner Forschung zu der festen Überzeugung, dass man eine menschliche Seele von Körper zu Körper übertragen könne. Er war besessen von der Idee, Tote wieder zum Leben zu erwecken und soll dafür an tierischen und menschlichen Kadavern experimentiert haben.
Es wird stark vermutet, dass Mary Shelley bei ihrer Rhein-Reise 1814 die Geschichte von Dippel erfuhr und sich daraufhin zu ihrem Roman „Frankenstein“ inspirieren ließ.
Text: Stern, Martin Schmidt: „Dippel, Johann Conrad (Pseudonym Christianus Democritus)“
Bild: Urheber unbekannt, Public Domain
Korad Dippel in Kohlrabenschwarz
… stellt sich in der 3. Staffel als Grund für die Märchenmorde heraus. Der Achemist hatte es erfolgreich geschafft, sich durch die Übertragung seiner Seele in einen neuen Körper unsterblich zu machen. Die Sonderermittler des Europäischen Hexengerichts, Altjoff Erdmann und Kaschtschai, konnten ihn vor Jahrhundeften durch eine List in eine Truhe mit menschlichen Körperteilen sperren, in der er in Kaschtschais Anwesen eingesperrt wurde. Ihm gelingt jedoch die Flucht, indem er Kaschtschais Körper übernimmt. Er verbündet sich mit Benedikt Hornhold, um die Spiegelscherben sammeln zu können, die der Menschheit den freien Willen nehmen könnten. Auf der Suche nach dem Spiegelwächter versucht er sich in Kaschstchais Körper bei der SOKO Kohlrabenschwarz einzuschleichen, als er auffliegt übernimmt er den Körper von Thomas Falbner und lockt später die SOKO auf Burg Frankenstein. Er kann das Geheimnis jedoch nicht herausfinden und zuletzt opfert Falbner sich, damit Dippel in seinem Körper endgültig stirbt.

