Das Perchtenspringen oder der Perchtenlauf existiert im Alpenländischen Raum bereits seit vorchristlicher Zeit. Symbolisiert werden sollte in ihnen, wie Frau Perchta mit ihren Fruchbarkeitsgeistern wieder Leben in die Natur bringt nach einem langen Winter. Mit den Jahrhunderten wanderten sich die guten Geister immer mehr in grausige Dämonen, die über die Menschen richten und auf die Jagd nach bösen Seelen gehen, inspiriert von der Wilden Jagd.
Die Perchtenläufe beginnen heute meist Ende November und gehen bis zum Ende der Rauhnächte am 6. Januar. Die Läufer (und inzwischen auch Läuferinnen) sind in der Regel verkleidet mit Tierfellen, Schellen und aus Holz geschnitzten Masken, die aus Menschen Dämonengestalten machen.

Regional sind die Verkleidungen unterschiedlich und es gibt auch durchaus sogenannte „Schönperchten“, die eher menschliche Züge aufweisen. Oft findet man auch Krampusse bei den Perchtenläufen. Diese erkennt man traditionell an zwei Hörnern, während die Perchten mehr als zwei oder keine Hörner besitzen. Mal mehr, mal weniger brav ziehen die Perchten durch die Städte und Dörfer und „bestrafen“ die Schaulustigen mit Schlägen oder dem Durcheinanderbringen der Haare. In den vergangenen Jahren sorgten besonders brutale Perchtenläufer immer wieder für Kritik.
Text: Jeanne Ruland: „Das Geheimnis der Rauhnächte“
Bild: Marina
In der 3. Staffel des Hörspiels „Kohlrabenschwarz“ wird eine Gruppe von Perchtenspringern aus Raubling durch Konrad Dippel entführt und auf Burg Frankenstein gebracht. Dort lässt Dippel die jungen Männer mit ihren Kostümen zu willenlosen Monstern verschmelzen, die die SOKO Kohlrabenschwarz angreifen. Franz gelingt es, sie in einen Käfig zu sperren und anzuzünden. Kurz vor ihrem Tod dringt die menschliche Seite der Perchtenspringer wieder hervor.
